Die Erprobungsstufe an der HES

In der Erprobungsstufe, das sind die Jahrgänge 5 und 6, haben Ihre Kinder nach der Grundschule zwei Jahre lang Zeit, sich an der HES auf ein verändertes Lernen im Gymnasium einzustellen. Sie sollen mit den neuen Lernbedingungen vertraut werden, ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten umfassend erproben. Die Jahrgänge 5 und 6 werden dabei als eine Einheit gesehen, deshalb gibt es unabhängig vom Leistungsbild des Kindes keine Versetzung, sondern einen Übergang in die Klasse 6. Wir Lehrerinnen und Lehrer haben die Aufgabe, Ihre Kinder während dieser zwei Schuljahre zu fördern und zu beobachten und sie allmählich und behutsam an die gymnasialen Anforderungen und Arbeitsweisen heranzuführen. Schon seit vielen Jahren sind deshalb an der HES erprobte Maßnahmen und Verfahren etabliert, die Ihren Kindern den Übergang von der Grundschule zum Gymnasium erleichtern sollen:

- Bereits am Ende ihrer Grundschulzeit, laden wir sie zu einem Kennenlernnachmittag ein, während dem sie ihre neuen Mitschülerinnen und Mitschüler, ihre neue Klassenlehrerin oder ihren neuen Klassenlehrer kennen lernen. Bei der Zusammensetzung der neuen Klassen realisieren wir unser Versprechen, dass – falls es nicht anders gewünscht wird – Schülerinnen und Schüler aus einer Grundschulklasse zusammenbleiben können, sodass der Neustart am Gymnasium im Kreis einiger vertrauter Personen stattfinden kann.

- Die vier Klassenräume des jeweiligen Jahrgangs 5 oder 6 liegen an einem Flur des C-Traktes, sodass sich alle Schülerinnen und Schüler eines Jahrgangs besser kennenlernen, miteinander vertraut werden können. Die Klassenräume sind mit Regalsystemen ausgestattet, in denen jedes Kind ein eigenes Fach hat, sodass häufig benötigte Arbeits- und Lernmaterialien dort aufbewahrt werden können. Die Regale bieten aber unter anderem auch die Möglichkeit, eine Klassenbibliothek einzurichten.

- Damit die Schülerinnen und Schüler des neuen Jahrgangs 5 sich schnell und dauerhaft zu einer guten Klassengemeinschaft zusammenfinden, führen wir kurz nach Schuljahresbeginn eine Studien- und Orientierungswoche und später dann eine Klassenfahrt zum Schulbauernhof nach Ummeln durch. Die Studien- und Orientierungswoche im Jahrgang 5 dient unter anderem auch dazu, den Klassenraum zu gestalten, die Schule und ihr Umfeld intensiv zu erkunden. Im Jahrgang 6 sind das soziale Lernen und das vertiefte Methodenlernen Schwerpunkte dieser Woche.

- Wie an der Grundschule weisen wir der Klassenlehrerin, dem Klassenlehrer eine besondere Rolle bei der Betreuung Ihrer Kinder in der Erprobungsstufe zu. Sie/Er unterrichtet mindestens zwei Fächer in ihrer/seiner Klasse, ist in den zwei Jahren Hauptansprechpartner/in bei allen Sorgen und Nöten und hat dafür im Jahrgang 5 zusätzlich eine eigene Klassenlehrerstunde zur Verfügung. Neben der Erledigung der regulären Klassengeschäfte dient diese Stunde im Verlauf des Schuljahres dem Erwerb und der Vertiefung von Lernmethoden sowie der Einführung in die Arbeit mit dem Textverarbeitungsprogramm WORD, sodass Ihre Kinder ihr Lernen zunehmend systematisch, strukturiert und eigenverantwortlich gestalten können.

- Mit dem Klassenlehrer bildet eine möglichst geringe Anzahl von Kolleginnen und Kollegen das Klassenteam, das Ihr Kind unterrichtet. Dieses Team arbeitet intensiv zusammen, hält zu Beginn und im Verlauf der Erprobungsstufe regelmäßig Konferenzen ab, trifft dabei Absprachen bezüglich eines vielfältigen und effektiven Unterrichts, berät sowohl zum Leistungsstand als auch zum Arbeits- und Sozialverhalten Ihres Kindes.

- Der Erleichterung des Starts an der neuen Schule dient auch, dass jeder Klasse des Jahrgangs 5 zwei Patinnen oder Paten aus dem Jahrgang 10 zugewiesen sind. Diese älteren Schülerinnen und Schüler können in den ersten Wochen vielfältige Hilfestellungen geben und tragen mit außerunterrichtlichen Aktivitäten ebenfalls zur Bildung der Klassengemeinschaft bei. Häufig stehen sie den Kindern darüber hinaus auch noch als Busbegleiter und Streitschlichter zur Verfügung.

Wie Sie sehen, bedeuten die zwei Jahre der Erprobungsstufe für uns Lehrerinnen und Lehrer, bei der Arbeit mit Ihren Kindern an ihre Lernerfahrungen in der Grundschule, an die dort erworbenen Kompetenzen anzuknüpfen, diese kontinuierlich weiterzuentwickeln, um die Schülerinnen und Schüler so auf die Anforderungen der Mittelstufe vorzubereiten.

Am Ende der Erprobungsstufe sind wir dann gehalten, eine Empfehlung auszusprechen, wie es mit der Schullaufbahn Ihres Kindes nach unserer Meinung weitergehen sollte. In den allermeisten Fällen lautet diese: Weiter so! Ihr Kind ist auf dem richtigen Weg!

Es kann im Einzelfall aber auch sein, dass wir Ihnen raten: Lassen Sie Ihr Kind an einer Realschule, evtl. auch einer Gesamtschule weiterlernen. Sollten wir Ihnen gegenüber eine solche Empfehlung aussprechen, so wird diese nicht überraschend kommen. Vorausgegan­gen sind dieser immer eine Vielzahl von Gesprächen zwischen Eltern und Lehrern über einen langen Zeitraum.

Uns Lehrerinnen und Lehrern ist das Gespräch, der enge Kontakt mit Ihnen, liebe Eltern, in diesen zwei Jahren besonders wichtig. Bitte teilen Sie uns mit, wenn sich für Ihr Kind im schulischen Alltag Probleme ergeben. Wir freuen uns über kritische (positive und negative) Rückmeldungen. Neben den jeweiligen Klassenlehrern stehen Ihnen als erste Ansprechpartner unser Erprobungsstufenkoordinator Rainer Froböse und seine Mitarbeiterin Monika Backhaus zur Verfügung.